Günstige Websites: Was Schweizer KMU wirklich zahlen
Ein tiefer Startpreis sagt wenig darüber aus, was eine Website über fünf Jahre kostet. Zum Aufbau kommen Betrieb, Lizenzen, Wartung und eigene Arbeitszeit.
Vergleichen Sie Angebote mit demselben Leistungsumfang und Ihren eigenen Zahlen. Die günstigere Lösung kann ein Baukasten, ein betreutes CMS oder eine individuelle Website sein. Entscheidend ist, welcher Aufwand in Ihrem Betrieb tatsächlich entsteht.
Der häufigste Rechenfehler bei der Website-Planung: laufende Rechnungen berücksichtigen, aber die eigene Zeit ausblenden. Wer Updates, Inhaltsänderungen und Fehlersuche selbst übernimmt, spart nicht automatisch Geld. Er übernimmt zunächst Arbeit.
Was Total Cost of Ownership bedeutet
Total Cost of Ownership, kurz TCO, meint die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer. Für Ihre Website sollten einmalige Ausgaben, wiederkehrende Zahlungen und eigene Arbeitszeit getrennt sichtbar sein. Erst dann lässt sich beurteilen, ob eine höhere Anfangsinvestition späteren Aufwand reduziert.
Es gibt keinen belastbaren pauschalen Monatsaufwand für jede Schweizer KMU-Website. Eine selten geänderte Informationsseite braucht eine andere Betreuung als ein Shop oder ein Kundenportal. Ein hoher Stundensatz allein erklärt ebenso wenig wie ein günstiges Monatsabo, welches Angebot für Sie wirtschaftlich ist.
Der folgende Rechner betrachtet Anschaffung, eigene Wartungszeit und wiederkehrende Kosten. Die Startwerte sind ein Rechenbeispiel, keine gemessenen Marktpreise. Tragen Sie laufende Zahlungen vollständig ein, soweit sie in den betrachteten Rahmen fallen; zusätzliche Projektänderungen rechnen Sie separat.
Ein Kostenvergleich mit offengelegten Annahmen
Diese beiden fiktiven Szenarien zeigen nur die Rechenlogik. Sie sind weder Garçon-Angebote noch ein Nachweis, dass eine bestimmte Technologie günstiger ist. In beiden Fällen nehmen wir CHF 600 pro Jahr für Betrieb und Lizenzen sowie CHF 100 als Wert einer eigenen Arbeitsstunde an. Externe Wartung ist nicht zusätzlich eingerechnet.
| Kosten über fünf Jahre | Szenario A | Szenario B |
|---|---|---|
| Einmaliger Aufbau | CHF 2'000 | CHF 5'000 |
| Betrieb und Lizenzen: CHF 600 × 5 | CHF 3'000 | CHF 3'000 |
| Eigene Arbeit pro Monat | 2 Stunden | 0,5 Stunden |
| Eigene Arbeit: Stunden × CHF 100 × 60 | CHF 12'000 | CHF 3'000 |
| Gesamtkosten im Beispiel | CHF 17'000 | CHF 11'000 |
Die günstigere Anschaffung verliert hier ihren Vorteil, weil der angenommene Pflegeaufwand höher ist. Fällt der tatsächliche Aufwand in Szenario A geringer aus, kann sich das Ergebnis umkehren. Genau deshalb sollten Sie Stundenansätze und Aufgaben prüfen, statt nur die Endsumme zu vergleichen.
Welche laufenden Kosten in die Offerte gehören
Lassen Sie sich für jede Position erklären, was enthalten ist und wer verantwortlich bleibt:
- Hosting und Domain: Laufzeit, Verlängerung, Leistungsumfang und Zugriff.
- Lizenzen und externe Dienste: Preis pro Jahr, enthaltene Nutzung und Bedingungen für eine Kündigung.
- Wartung: Updates, Tests, Backups und Kontrolle einer Wiederherstellung.
- Inhaltsänderungen: Welche Änderungen können Sie selbst erledigen, welche werden verrechnet?
- Support: Erreichbarkeit, Reaktionszeit und Umfang vereinbarter Hilfe.
Ein WordPress-Plugin muss nicht kostenpflichtig sein. Ein individueller Aufbau ist umgekehrt nicht automatisch frei von Abonnements: Formulare, E-Mail-Dienste oder externe Schnittstellen können laufende Gebühren verursachen. Prüfen Sie die konkret eingesetzten Produkte und deren aktuelle Konditionen, statt mit einer pauschalen Lizenzliste zu rechnen.
Sicherheit einplanen, ohne Schadenssummen zu erfinden
Patchstack nennt im Bericht von 2025 für das Datenjahr 2024 insgesamt 7’966 neu erfasste WordPress-Schwachstellen. Rund 96 Prozent entfielen auf Plugins. Diese Verteilung beschreibt veröffentlichte Schwachstellen; sie sagt nicht, wie häufig ein bestimmtes KMU angegriffen wird oder welcher Schaden entsteht.
Patchstack: State of WordPress Security in 2025, Datenjahr 2024, 2025
Bei einem CMS gehören zeitnahe Updates, Backups und passende Zugriffsrechte zur Pflege. Welche Massnahmen nötig sind, hängt auch von Hosting, Erweiterungen und der Bedeutung der Website ab. WordPress beschreibt selbst mehrere Schichten der Absicherung, statt Sicherheit auf eine einzelne Einstellung zu reduzieren.
WordPress: Hardening WordPress
Eine statische Website reduziert bestimmte Angriffsflächen, wenn sie ohne öffentliches CMS-Backend und ohne Datenbank für die Auslieferung auskommt. Hostingkonten, Formular-Endpunkte und externe Dienste bleiben dennoch relevant. Weder eine pauschale Ausfallzeit noch eine fixe Bereinigungssumme lässt sich für alle Schweizer KMU seriös ansetzen. Solche Risiken gehören als separate Szenarien in die Planung, nicht als sichere Zusatzkosten in jeden Vergleich.
Was Ihre eigene Zeit kostet
Setzen Sie die selbst geleisteten Stunden mit einem nachvollziehbaren Wert an. Ein Kundenstundensatz kann die entgangene Möglichkeit zur Arbeit ausdrücken, ist aber nicht automatisch ein realer Umsatzverlust: Dafür müsste die frei werdende Zeit tatsächlich verkauft werden können.
Ein weiteres Rechenbeispiel: Drei Stunden pro Monat zu CHF 200 ergeben CHF 600 monatlich oder CHF 36’000 über fünf Jahre. Das ist der bewertete Zeitaufwand unter diesen Annahmen. Er ist keine zusätzliche Rechnung und keine Prognose entgangener Aufträge. Vermischen Sie diese Position nicht mit bereits bezahlter externer Wartung für dieselben Aufgaben.
Auch ein späterer Wechsel hat einen Umfang
Ein Systemwechsel kann Inhaltsübernahme, Weiterleitungen, Schnittstellen und Schulung erfordern. Der Aufwand hängt davon ab, welche Daten exportierbar sind und wie stark Website und Drittsysteme voneinander abhängen. Ein Wechsel führt nicht zwangsläufig zum Verlust aller Inhalte oder Rankings.
IBM beschreibt bei Datenmigrationen die Bedeutung von Planung, Datenqualität und Tests. Für ein KMU lautet die praktische Frage: Welche Teile können übernommen werden, welche müssen angepasst werden und wer prüft das Ergebnis?
IBM: Datenmigration und Planung
So treffen Sie eine wirtschaftliche Entscheidung
Wer eine Website professionell erstellen lässt, sollte vor Projektstart auch den Betrieb klären. Vergleichen Sie mindestens den gleichen Funktionsumfang, den gleichen Zeitraum und klar getrennte eigene sowie externe Leistungen. Eine kurze Rechnung mit nachvollziehbaren Annahmen ist hilfreicher als ein grosser Preisvorteil, dessen Grundlage unklar bleibt.
Prüfen Sie nach einigen Monaten, ob der angenommene Pflegeaufwand zu Ihrem Alltag passt. So wird aus der ersten Schätzung eine brauchbare Grundlage für Erweiterungen oder einen späteren Wechsel. Weitere Fragen zur Architektur behandelt unsere Analyse der Gesamtkosten verschiedener CMS-Systeme.
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Quellen und Rechenannahmen
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