Backlinks 2026: Wann sie noch wichtig sind und wann nicht
Backlinks sind 2026 nicht tot. Aber sie sind für viele kleine Unternehmen auch nicht mehr automatisch der erste Hebel.
Wenn Technik, Seitenstruktur, Inhalte und lokale Vertrauenssignale schwach sind, bringen zusätzliche Links oft weniger als erhofft. In umkämpften Märkten bleiben gute externe Erwähnungen jedoch ein wichtiger Verstärker.
Die kurze Antwort lautet: Ja, Backlinks sind noch relevant. Google erklärt selbst, dass es viele Signale gleichzeitig auswertet und dass PageRank weiterhin Teil seiner Kernsysteme ist.
Google Search Central, Ranking Systems Guide, 2025
Gleichzeitig ist die Rolle von Links heute nüchterner. Ein Link ersetzt keine schwache Website, keine unklare Angebotsseite und keinen Inhalt, der an der Suchfrage vorbeigeht. Wenn Sie zuerst verstehen wollen, wie SEO grundsätzlich funktioniert, ist genau dieser Zusammenhang entscheidend.
Empfohlene Reihenfolge
- Die wichtigste Leistungs- oder Themenseite zuerst inhaltlich sauber machen.
- Interne Links und verständliche Ankertexte verbessern.
- Erst danach gezielt echte Erwähnungen von passenden Websites aufbauen.
Früher waren Backlinks fast alles, heute sind sie nur ein Teil des Bildes
Historisch war Googles Logik stark linkgetrieben. Links halfen dabei zu verstehen, welche Seiten wichtig sind und worum es auf einer Seite geht. Google sagt bis heute, dass seine Systeme analysieren, wie Seiten miteinander verlinkt sind, und nennt PageRank ausdrücklich als Teil seiner Kernsysteme.
Der Unterschied zu früher ist nicht, dass Links plötzlich bedeutungslos geworden wären. Der Unterschied ist, dass sie heute viel seltener alleine reichen. Google bewertet Seiten nicht nur über Verlinkungen, sondern gleichzeitig über Relevanz, Suchintention, technische Zugänglichkeit und viele weitere Signale.
Google Search Central, Ranking Systems Guide, 2025
Für KMU heisst das: Ein guter Link kann helfen. Aber er kann nicht dauerhaft kaschieren, dass die Website unklar, langsam oder inhaltlich zu dünn ist.
Was Google heute selbst sagt
Google formuliert das Thema Links relativ klar. Einerseits heisst es in den offiziellen Link-Best-Practices, dass Google Links als Signal für Relevanz nutzt und über Links neue Seiten findet.
Google Search Central, Link-Best-Practices, 2026
Andererseits grenzt Google sehr deutlich ab, was nicht erwünscht ist. In den Spam-Richtlinien beschreibt Google Link-Spam als Links zu oder von einer Website, die vor allem das Ranking manipulieren sollen. Genannt werden unter anderem gekaufte Links, exzessiver Linktausch und automatisiert erzeugte Links.
Wichtig ist auch die Konsequenz: Google erklärt in seiner Dokumentation zu Spam-Updates, dass bei Link-Spam-Updates frühere Ranking-Vorteile aus spammy Links schlicht verloren gehen können und nicht einfach zurückgewonnen werden.
Google Search Central, Spam-Richtlinien & Spam-Updates, 2025–2026
Für kleine Unternehmen ist das eine wichtige Klarstellung. Es gibt keinen sauberen Business Case für billige Linkpakete, künstliche Partnernetzwerke oder überoptimierte Gastbeiträge mit gepressten Ankertexten.
Was unabhängige SEO-Daten zeigen
Unabhängige SEO-Daten widersprechen Google nicht, sondern ergänzen das Bild. Ahrefs zeigt in einer grossen Auswertung, dass Seiten ohne verweisende Domains meist keinen Suchtraffic erhalten und dass es eine positive Korrelation zwischen verweisenden Domains und Suchtraffic gibt.
Gleichzeitig weist Ahrefs selbst darauf hin, dass Korrelation nicht Kausalität ist. Seiten ohne Backlinks können durchaus Traffic bekommen, aber meist bei wenig umkämpften Themen. Für kompetitive Keywords steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass starke externe Verlinkungen nötig werden.
Ahrefs, Search Traffic Study & Referring Domains, 2023–2025
Genau das ist für KMU die praktisch wichtigste Aussage: Nicht jede Suchanfrage braucht denselben Linkdruck. Ein lokaler Spezialbetrieb mit klarer Nische hat andere Anforderungen als ein nationaler Softwareanbieter oder ein Markt mit sehr aggressivem Wettbewerb.
Auch interne Links bleiben ein grosser Hebel
Viele Unternehmen denken bei Links sofort an andere Websites. Das ist zu kurz gegriffen. Google betont ausdrücklich, dass guter Ankertext nicht nur für externe, sondern auch für interne Links wichtig ist. Interne Verlinkung hilft Nutzern und Google, die eigene Website besser zu verstehen und wichtige Seiten zu finden.
Google Search Central, Link-Best-Practices, 2026
Ahrefs beschreibt denselben Punkt aus Praxis-Sicht ähnlich: Interne Links helfen dabei, Gewicht auf die Seiten zu lenken, die wichtig sind, und sollten mit beschreibenden, natürlichen Ankertexten gesetzt werden.
Ahrefs, Internal Links for SEO, 2026
Für viele KMU ist das eine gute Nachricht. Bevor man Zeit oder Budget in schwierigen Linkaufbau investiert, kann man oft auf der eigenen Website bereits viel verbessern. Wenn Sie sich hier zuerst ein solides Fundament aufbauen möchten, ist unser Überblick dazu, wie SEO verständlich und systemisch aufgebaut wird, der sinnvollere Einstieg als hektischer Offpage-Aktionismus.
Wann Backlinks heute noch besonders wichtig sind
Backlinks sind 2026 vor allem in drei Situationen stark:
| Situation | Warum Links dort stärker zählen |
|---|---|
| Stark umkämpfte nationale Keywords | Wenn viele Anbieter technisch sauber und inhaltlich brauchbar sind, helfen starke externe Erwähnungen dabei, zusätzliches Vertrauen aufzubauen. |
| Themen mit hoher Autoritäts-Hürde | In Märkten, in denen Vertrauen und Bekanntheit wichtig sind, zählen Erwähnungen durch passende Fachmedien, Verbände oder etablierte Publikationen besonders. |
| Neue oder noch wenig bekannte Websites | Wenn die eigene Marke kaum digitale Spuren hat, können erste glaubwürdige Erwähnungen helfen, schneller als relevante Quelle wahrgenommen zu werden. |
Wichtig ist dabei immer die Qualität. Ein Link von einer thematisch passenden, glaubwürdigen Seite ist deutlich wertvoller als viele irrelevante Links von irgendwoher.
Wann Backlinks oft überschätzt werden
Für kleine Unternehmen werden Backlinks oft dann überschätzt, wenn der eigentliche Engpass viel früher liegt.
Das ist zum Beispiel der Fall, wenn:
- die wichtigste Leistungsseite nicht klar erklärt, was Sie anbieten,
- die Website mobil unruhig oder langsam wirkt,
- lokale Vertrauenssignale wie Google-Unternehmensprofil, Bewertungen oder saubere Firmendaten schwach sind,
- Inhalte zwar vorhanden sind, aber die eigentliche Suchfrage nicht präzise beantworten.
Gerade bei lokalen Dienstleistern ist es oft wirtschaftlicher, zuerst die eigene Substanz zu verbessern. Wenn jemand in Zürich, Winterthur oder Dübendorf eine konkrete Dienstleistung sucht, ist eine saubere lokale Präsenz oft wichtiger als ein künstlich aufgeblähtes Backlinkprofil. Der Artikel zu SEO für kleine Unternehmen in Zürich zeigt genau diese Reihenfolge sehr greifbar.
Auch bei B2B-Nischen ist das häufig so. Wenn Suchvolumen klein, die Zielgruppe spitz und die Fragestellung fachlich ist, gewinnt oft die Seite, die das Thema klarer und hilfreicher erklärt. Ein guter Fachartikel oder eine sauber aufgebaute thematische Struktur kann dann wichtiger sein als noch ein zusätzlicher Link. Das passt auch zur Logik aus unserem Beitrag über die SEO-Architektur von Unternehmensinhalten.
Praktische Priorisierung für Schweizer KMU
Für Schweizer KMU ist meist nicht die Frage «Brauchen wir Backlinks?», sondern «Wann brauchen wir sie wirklich?».
Eine pragmatische Reihenfolge sieht oft so aus:
- Technische und inhaltliche Basis sauber machen. Die Website muss verständlich, schnell genug und auf den wichtigsten Seiten klar strukturiert sein.
- Lokale oder thematische Relevanz absichern. Für lokale Firmen gehören dazu Google-Unternehmensprofil, Bewertungen und saubere Firmendaten. Für B2B-Firmen eher klare Leistungsseiten, verständliche Fachinhalte und logische interne Verlinkung.
- Erst danach gezielt externe Erwähnungen ausbauen. Nicht als Massenprogramm, sondern über passende Partnerschaften, Fachbeiträge, regionale Erwähnungen oder hilfreiche Inhalte, die man tatsächlich zitieren möchte.
Für nationale oder härter umkämpfte Märkte kann Schritt 3 früher wichtig werden. Für viele kleinere Firmen bleibt Schritt 1 aber der Punkt, an dem am meisten Wirkung verloren geht.
Fazit
Backlinks sind 2026 weder tot noch magisch.
Sie bleiben ein wichtiges Vertrauenssignal, vor allem in kompetitiven Märkten. Aber sie sind für viele KMU nicht der erste Hebel. Wenn die Website selbst noch nicht sauber steht, verstärken Links oft nur ein System, das an anderer Stelle schon bremst.
Die beste Frage lautet deshalb nicht: «Wie kommen wir schnell an mehr Links?» Die bessere Frage lautet: «Ist unsere Website schon stark genug, dass gute externe Erwähnungen jetzt wirklich zusätzlichen Hebel bringen?» Wenn Sie diese Reihenfolge sauber einhalten, setzen Backlinks nicht auf Hoffnung auf, sondern auf Substanz.
Weitere Insights & Fachartikel
Quellen & Datengrundlage
- Google Search Central, A Guide to Google Search Ranking Systems: Bestätigung, dass Google viele Signale verwendet und PageRank weiterhin Teil der Kernsysteme ist. Zur Quelle
- Google Search Central, SEO-Link-Best-Practices: Google nutzt Links als Relevanzsignal und zur Entdeckung neuer Seiten; guter Ankertext hilft Nutzern und Google. Zur Quelle
- Google Search Central, Spamrichtlinien: Offizielle Definition von Link-Spam, inklusive gekauften Links, exzessivem Linktausch und automatisierten Links. Zur Quelle
- Google Search Central, Spam Updates: Dokumentation dazu, dass SpamBrain und Link-Spam-Updates Ranking-Vorteile aus spammy Links neutralisieren können. Zur Quelle
- Ahrefs Help Center, Referring Domains and Backlinks: Überblick zur Unterscheidung von Backlinks und verweisenden Domains sowie zur beobachteten Korrelation mit Suchtraffic. Zur Quelle
- Ahrefs, Search Traffic Study: Daten dazu, dass Seiten ohne Backlinks zwar Traffic erhalten können, dies aber häufiger bei wenig umkämpften Themen vorkommt. Zur Quelle
- Ahrefs, Internal Links for SEO: Praxisorientierte Einordnung zur Rolle interner Links, Ankertexte und Seitenstruktur. Zur Quelle
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